SARS-CoV-2 auf dem Vormarsch

Nach aktuellem Kenntnisstand stammt das Virus ursprünglich von Wildtieren, kann aber in seiner jetzigen Form, ähnlich wie beispielsweise bei einer Grippe, durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Betroffene leiden mitunter an grippeähnlichen Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, gelegentlich auch Durchfall und in schweren Fällen Atemproblemen und Lungenentzündungen. Bei älteren Patienten oder Menschen mit Vorerkrankungen kann eine Infektion auch zum Tod führen. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheitssymptome beträgt vermutlich bis zu 14 Tage. Eine Infektion über Lebensmittel gilt laut dem Bundesamt für Risikobewertung als unwahrscheinlich. Ein geeigneter Impfstoff ist bisher nicht verfügbar.

Der Verwaltung stehen zur Verlangsamung der Ausbreitung, der Verringerung der Erkrankungs- und Sterberaten, der Sicherstellung der Versorgung, der Beschränkung des Schadens für die Volkswirtschaft und der Information von Entscheidungsträgern und der Bevölkerung weitreichende Möglichkeiten zur Verfügung. Im Zusammenhang mit den in Nordrhein-Westfalen festgestellten Erkrankungen wurden beispielsweise strenge Untersuchungen und eine unverzügliche Quarantäne der Erkrankten sowie Schließungen öffentlicher Einrichtungen wie beispielsweise Kindergärten und Schulen angeordnet, der Publikumsverkehr einiger Amtsgerichte wurde eingestellt.

Vor diesem Hintergrund können auch die Unternehmen des Fleischerhandwerks möglicherweise von weiteren Ausbrüchen des Virus durch erkrankte Mitarbeiter oder behördliche Maßnahmen betroffen sein. Konkrete Auswirkungen sind dabei vom Einzelfall abhängig. Zur jetzigen Zeit können nur vorbeugende innerbetriebliche Maßnahmen getroffen werden. Hierfür können sich die Unternehmen beispielsweise an dem Handbuch Betriebliche Pandemieplanung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – BBK orientieren.

Erforderlich ist die Einhaltung der allgemeinen Hygienevorgaben, wie sie auch in der DFV-Leitlinie für eine gute Hygienepraxis in handwerklichen Fleischereien beschrieben ist. Hierzu gehört insbesondere die Personalhygiene, das ausreichende Vorhalten von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie die Einschränkung und Kontrolle des Zutritts zu den Betriebsräumen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich die Viren bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten und infektiös bleiben können und Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit die Lebensdauer steigern. Die üblichen Desinfektionsmittel sollen jedoch gut geeignet sein, um die Viren zu bekämpfen.

Aufgrund der Fürsorgepflichten des Arbeitgebers können Aufklärungs- und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen sein. Dies bedeutet auch, dass der Arbeitgeber die lückenlose Einhaltung der Hygieneregeln sicherstellen muss und die regelmäßige Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz erfolgt ist. Besteht der begründete Verdacht einer Infektion von Mitarbeitern, so sind diese unverzüglich an einen (Betriebs-)Arzt zu verweisen und gegebenenfalls freizustellen. Dabei besteht in der Regel ein zeitlich begrenzter Anspruch des Arbeitnehmers auf Zahlung des Gehalts gegenüber dem Arbeitgeber aus § 616 BGB, bei bestätigter Erkrankung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz oder nach den Regeln des Infektionsschutzgesetzes. Arbeitgeber können einen Antrag auf Erstattung stellen. Gesunde Arbeitnehmer sind grundsätzlich verpflichtet, ihre arbeitsvertraglichen Pflichten zu erfüllen.

Darüber hinaus sind die betrieblichen Abläufe abzusichern. Die Rohstoffversorgung muss auch im Falle des Ausfalls eines Zulieferers oder Landwirts sichergestellt sein. Kommt es zu größeren Personalausfällen, sind beispielsweise Absprachen mit Innungskollegen zur Aufrechterhaltung des Betriebs denkbar. Angesichts der sich täglich oder gar stündlich verändernden Situation ist eine stetige Verfolgung der aktuellen Entwicklungen geboten. Ein enger Kontakt zu den maßgeblichen Behörden und eine Mitwirkung ist zu empfehlen.

Weitere Informationen zum SARS-CoV-2-Virus, auch zur Aufklärung des Personals, sind beispielsweise auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts, des Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der BGN zu finden.