Afrikanische Schweinepest in Deutschland

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat den ersten Fall eines an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendeten Wildschweins in Deutschland bestätigt. Der Fundort des infizierten Tieres befindet sich im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße, der im Osten die Grenze zum Nachbarland Polen bildet. Die Fundstelle liegt etwa sechs Kilometer von dieser Grenze entfernt.

Die Behörden vor Ort arbeiten zurzeit an der Umsetzung der in der Schweinepest-Verordnung vorgesehenen Maßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Tierseuche. In einem Radius von 15 Kilometern um den Fundort wurde eine Gefährdungszone festgelegt. Diese umfasst Teile der Landkreise Spree-Neiße, Oder-Spree und einen Teil Polens. Außerdem wird in einem Radius von drei Kilometern um die Fundstelle eine Kernzone eingezäunt, in der zusätzliche Maßnahmen wie Einschränkungen des Fahrzeug- und Personenverkehrs erlassen werden können. Der Bereich 30 Kilometer um die Fundstelle wurde als Pufferzone festgelegt. In diesen Gebieten gelten strenge Verbringungsverbote für Schweine, Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnisse.

Nach aktuellem Kenntnisstand befinden sich 17 gemeldete Schweinehalter in der Gefährdungszone, ein Betrieb liegt im Kerngebiet. Betriebe des Fleischerhandwerks, die innerhalb der gefährdeten Gebiete beziehungsweise der Pufferzone ansässig sind oder Tiere aus diesen Gebieten beziehen oder bezogen haben, könnten ebenfalls von Einschränkungen betroffen sein. Um beispielsweise die Versorgung mit Rohstoffen zur Produktion weiterhin sicherzustellen, ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, Ausnahmen von etwaigen Verbringungsverboten bei der zuständigen Behörde zu beantragen.

Der DFV verweist in diesem Zusammenhang auf das erneut aktualisierte DFV-Merkblatt zur Afrikanischen Schweinepest. Dieses enthält nicht nur allgemeine Informationen zur ASP, die zur Information und Schulung von Kunden und Mitarbeitern genutzt werden können. Das Merkblatt enthält darüber hinaus eine Checkliste zu vorsorglich vorzuhaltenden betrieblichen Daten, die den Behörden vor Ort ein umfassendes Bild über das von dem Betrieb ausgehende Risiko und damit schnellere Entscheidungen über notwendige Ausnahmen von Beschränkungen ermöglichen sollen. Auch wenn zu hoffen ist, dass der jetzige Fund ein Einzelfall bleiben wird, zeigt der bisherige Seuchenverlauf, dass die Eindämmung der Ausbreitung kaum möglich sein dürfte. Daher empfiehlt sich das vorsorgliche Zusammenstellen der Informationen auch für solche Betriebe, die außerhalb von Brandenburg liegen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Krankheitsgeschehen weiter entwickeln wird und welche Auswirkungen der Ausbruch der ASP in Deutschland auf den heimischen und den Exportmarkt sowie insbesondere auf die Preise für Schweinefleisch haben wird. Laut top agrar online habe die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft (VEZG) bereits am vergangenen Freitag die Schlachtschweinenotierung um 20 Cent auf 1,27 €/kg Schlachtgewicht gesenkt.