Kennzeichnung fleischloser Ersatzprodukte: Europäisches Parlament gegen Schutz klassischer Bezeichnungen

Mitte Oktober hat das Europäische Parlament einen Änderungsantrag zum Schutz der klassischen Begrifflichkeiten für Fleisch und traditionelle Fleischprodukte abgelehnt.

Der Antrag zielte auf eine Änderung der europäischen Marktorganisation ab, wodurch die Verwendung klassischer Bezeichnungen für Lebensmittel tierischen Ursprungs für Fleischersatzprodukte nicht mehr möglich gewesen wäre. Der Änderungsantrag wurde durch die europäischen Dachorganisationen der Fleischwirtschaft getragen. Auch der Internationale Metzgerverband, bei dem der DFV Mitglied ist, war an der Aktion maßgeblich beteiligt.

Diese Bemühungen wurde durch zahlreiche Gespräche, Schreiben an Europaabgeordnete und weitere Maßnahmen, beispielsweise einer Plakataktion und einer Videokampagne, begleitet. Auf nationaler Ebene haben sich der DFV, der Deutsche Bauernverband und der Verband der Fleischwirtschaft mit einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Frau Klöckner, gewandt, um die Notwendigkeit der Revision der Marktorganisation zu verdeutlichen.

Große Lebensmittelunternehmen, zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und die grüne Fraktion haben sich im Vorfeld der Abstimmung gegen den Änderungsantrag ausgesprochen. Das Plenum des Europäischen Parlaments hat den Antrag letztendlich leider abgelehnt: 284 Abgeordnete stimmten dafür, 379 dagegen und 27 enthielten sich der Stimme.

Mit der Ablehnung des Antrags liegt das Hauptaugenmerk nun wieder auf der Arbeit der Deutschen Lebensmittelbuchkommission. Ein Antrag zur Änderung der nach langen Diskussionen erarbeiteten Leitsätze zur Kennzeichnung vegetarischer und veganer Produkte, deren Bezeichnung Bezug auf klassische Verkehrsbezeichnungen von Lebensmitteln mit tierischem Ursprung nehmen, wurde bereits angekündigt. Die Leitsätze seien aus Sicht der Hersteller fleischloser Ersatzprodukte zu prägend.

Der DFV ist weiterhin der festen Überzeugung, dass eine Anlehnung an klassische Verkehrsbezeichnungen von Fleisch- und Wurstwaren nur in Frage kommen kann, wenn die wesentlichen Eigenschaften des Produkts mit dem Original übereinstimmen. Der DFV wird sich daher auch zukünftig für den Schutz der Bezeichnungen einsetzen und über wesentliche Entwicklungen wie gewohnt berichten.