Pflicht zur Kassennachrüstung muss aufgeschoben werden

Seit dem 1. Januar 2020 gelten neue Anforderungen für Kassen und Kassensysteme, die jetzt mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) gegen Manipulationen zu schützen sind. Wegen des zeitlichen Verzugs bei der Verfügbarkeit der TSE wurde eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2020 erlassen (Nichtbeanstandungsregelung, BMF-Schreiben vom 6. November 2019).

Aufgrund der Corona-Krise ist nun ein weiteres Mal eine besondere Situation eingetreten. Die Installationen der TSE sind praktisch zum Erliegen gekommen. Zum Schutz der Mitarbeiter und zum Schutz der Betriebe haben viele Kassen- und Waagenhersteller ihren Außendienst eingeschränkt oder ganz eingestellt.

Da die aktuelle Lage für viele Betriebe bedeutet, dass die Erfüllung der Vorgaben bis zum 30. September 2020 schlicht unmöglich ist, setzen sich der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der DFV dafür ein, die Nichtbeanstandungsregelung für die Aufrüstung der Kassen mit TSE bis mindestens Juni 2021 auszuweiten.

Diese deutliche Verlängerung ist aus Sicht der Verbände zwingend. Wenn die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder anläuft, würde sich die dann wieder mögliche Installation mindestens bis zum Jahresende, also bis in das Weihnachtsgeschäft hineinziehen. Gerade nach der Krisen-Situation ist ein störungsfreier Verlauf dieser umsatzstarken Zeit unbedingt sicherzustellen. Deshalb ist dringend geboten, auch das erste Halbjahr 2021 noch zur Umrüstung nutzen zu können. Die Forderung ist dem Bundesfinanzministerium gegenüber vorgetragen, eine Antwort steht noch aus.

Im Zusammenhang mit der Kassenführung in Corona-Zeiten hat der ZDH Praxistipps zusammengestellt, die Sie hier downloaden können.