Weniger Fleischkonsum = Beitrag gegen Putin? 

Mitte März stellte der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir (Grüne), in einem Interview mit dem SPIEGEL fest: „Weniger Fleisch zu essen wäre ein Beitrag gegen Herrn Putin.“ Er begründete diese Aussage damit, dass 60 % des hierzulande produzierten Getreides in Futtertrögen landet, anstatt für Lebensmittel verwendet zu werden. Das sei, so Özdemir, nicht nachhaltig, nicht tragbar und funktioniere nicht im globalen Kontext einer drohenden Knappheit von Nahrungsmitteln in der Welt.

Der DFV hat sich in Reaktion auf diese Veröffentlichung in einem Schreiben direkt an den Minister gewandt. Darin sprechen sich Herbert Dohrmann und Martin Fuchs entschieden gegen die pauschalisierende Behauptung des Ministers aus.

5 Gründe gegen die Aussage von Minister Özdemir

  • Unterschiedliche Getreidearten
    Nicht alle Getreidearten eigen sich gleichermaßen zur Lebensmittelproduktion. Getreide für Tierfutter haben eine andere Qualität als die Arten, die für die Herstellung von Mehl und Co. verwendet werden.
  • Komplexität der Getreideerzeugung
    Verschiedene Getreidearten gedeihen unterschiedlich gut an verschiedenen Plätzen der Welt. Ebenso muss eine bestimmte Fruchtfolge eingehalten werden, um die Bodenfruchtbarkeit zu gewährleisten. Ein internationaler Austausch ist also unumgänglich.
  • Getreide zur Energiegewinnung
    Getreide wird nicht nur als Tierfutter „fremdverwendet“, sondern auch zur Energiegewinnung eingesetzt. Im Rahmen der Energiewende ist dies ausdrücklich politisch gewollt.
  • Kriegsfinanzierung über Energie-Lieferungen
    Russland finanziert den Krieg nicht aus Getreideexporten. Die Einnahmen stammen vor allem aus dem Energiesektor.
  • Verzerrung der Tatsachen
    Eine absurde Ablenkungsdebatte rund ums Fleisch hilft weder den Menschen in der Ukraine noch den Hungernden der Welt.

Weitere Informationen dazu können Sie in der neuen Faktenserie des DFV nachlesen.

Jeden Sonntag wird in der DFV-App eine neue Folge der Wochenserie veröffentlicht.